Whatsapp Nutzer wurden im Jannuar ein wenig in Unruhe versetzt. Der Grund: eine bevorstehende Änderung der AGB in welcher nichts geringeres beschlossen wird als, dass in Zukunft eine Datenweitergabe von Whatsapp an – schock!!!! – Facebook (!) erfolgen soll.
Und was für eine Überraschung werden jetzt überall auf die Barrikaden gestürmt und Botschaften wie „Whatsapp muss weg!“ und dergleichen skandiert.
In der Regel handelt es sich hierbei um veritable Experten die eine informierte Meinung haben und im Vorhinein alle Fakten überprüft haben. Keinesfalls handelt es sich hierbei um unreflektiert weitergegebene Statements, welche man nebenbei aufgeschnappt hat.
Anmerkung der Redaktion: Sarkasmus!

Aber zurück zum Thema:

Ist diese AGB-Änderung ein Grund zur Panik?

Die Antwort: Nein! Nicht wirklich und zwar aus mehreren Gründen, aber schauen wir uns doch mal an worum es genau geht in dieser AGB-Änderung...

Konkret besagen die neuen AGB, dass zwischen Whatsapp und Facebook Informationen der Nutzer untereinander austauschen. Dies erfolgt - laut den Angaben von Whatsapp - zu den folgenden Zwecken:

  • Unterstützen beim Verbessern von Infrastruktur und Zustellungssystemen,
  • Analyse der Dienste
  • Fördern der Sicherheit und Integrität der Produkte von Facebook-Unternehmen, insbesondere das
    Absichern von Systemen sowie das Bekämpfen von Spam, Bedrohungen, Missbrauch und Rechteverletzungen,
  • Verbesserung der Dienste und Verbesserung der User-Experience
  • Bereitstellung von Verknüpfungen und Integrationen wie etwa die Verknüpfung von Facebook-Pay mit Whatsapp

Um welche Daten handelt es sich hier genau?

Konkret werden von Whatsapp - laut eigenen Angaben - folgende Informationen gesammelt und mit Facebook geteilt:

  • Telefonnummer,
  • Profilname und -bild,
  • Online-Status und Statusmeldung,
  • „zuletzt online“-Status
  • Empfangsbestätigungen
  • Kontakte

Was hingegen nicht mit Facebook geteilt wird

(und auch nicht geteilt werden kann!) sind die Nachrichten an sich. Diese sind aufgrund einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auch für Whatsapp selber nicht abrufbar.

Funfact am Rande: viel mehr Sorgen sollte einen daher bereiten, dass nahezu jede Regierung auf diesem Planeten an Gesetzen arbeitet die diese Verschlüsselung unterbinden wollen, damit nicht Facebook, sondern Polizei und Co auf diese Nachrichten zugreifen können...

Weiters – und das wird leider in fast jedem Nachrichtenartikel außen vor gelassen (!) – gibt es eine Sonderregelung für Nutzer in der EU. So teilte ein Pressesprecher mit, dass bei diesen keine Nutzerdaten zu Werbezwecken geteilt werden würden.

Was heißt das nun?

Wie bereits eingangs erwähnt ändert sich mit den neuen AGB letztlich nicht viel, sondern bleibt vielmehr alles beim Alten. Zumindest auf dem Papier ist man als normaler Nutzer weiterhin „safe“ und braucht nicht in Panik zu verfallen. Angesichts der zahlreichen Datenschutz- „Pannen“ kann man sich hier einen gewissen zynischen Standpunkt nicht verkneifen. Die Vermutung, dass in der Zukunft aufgedeckt wird, dass mit den Daten mehr gemacht wird schwingt daher im Hintergrund immer mit.

Ein Wechsel auf andere Anbieter (wie etwa Signal) ist somit sicher nicht verkehrt. Man sollte oder vielmehr muss, dann auch konsequent sein und auch alle anderen Dienste von Facebook wie etwa Instagram löschen, da es wenig Sinn machen würde die eine Tür zu schließen aber gleichzeitig ein Fenster offen zu lassen.